
von Ernst Martin Borst
Die Filmserie The Chosen ist scheinbar in aller Munde. Selbst viele christliche Werke – darunter Der Sinnsender (ehemaliger Evangeliums Rundfunk), Bibel TV und das Medienmagazin PRO – sind begeistert. So schreibt beispielsweise PRO:
„’Die erfolgreiche Serie rund um das Leben und Wirken von Jesus hat einen Weltrekord erzielt. Die erste Staffel wurde in 58 Sprachen synchronisiert und in 86 Sprachen untertitelt. Damit gilt sie als „am häufigsten übersetzte Staffel einer Streaming-Serie‘, berichtet unter anderem der christliche TV-Sender CBN. Das hat den Machern von ‚The Chosen‘ einen Eintrag in das Buch der ‚Guinness World Records‘ beschert. Regisseur Dallas Jenkins teilte das auf Facebook. Der Erfolg sei nur durch die Spenden der Fans an die Stiftung ‚Come and See“‘ möglich geworden, schrieb er. Die Non-profit-Organisation wurde dafür gegründet, um die Serie durch Spenden zu produzieren und in möglichst viele Sprachen zu übersetzen. Das gelingt laut der Stiftung unter anderem in Zusammenarbeit mit Gemeinden und christlichen Diensten weltweit.“
Das Netzwerk Bibel und Bekenntnis hat einen Vortrag von Lukas Zünd über die Serie auf seine Homepage gesetzt. Der studierte Filmemacher und Theologe Zünd setzt sich überwiegend positiv mit der Serie auseinander und sagt u.a.:
„Beim Schauen der Serie war ich immer wieder ergriffen bis zu den Tränen. Immer wieder gelingt es den Drehbuchautoren, die Szenen auf kluge Weise, um Worte aus den Evangelien herum aufzubauen, sodass diese Worte von Jesus oder seine Taten überraschend verstärkt werden und deutlicher werden. Die Bezüge zum Alten Testament und vor allem zu den Psalmen führen die Emotionen des Zuschauers immer wieder zur Bibel zurück. Immer wieder steht das Wort im Zentrum, was auch so sein muss in einer Bibelverfilmung. Meine Lieblingsepisode ist Folge 8 aus der dritten Staffel. Diese beginnt im Opener damit, wie Asaph dem König David und seiner Batzeba den Psalm 77 vorführt. Danach kommt der Titel und danach kommt die Predigt von Jesus auf dem Feld vor der Dekapolis, wo die Jünger wie Sprachrohre seine Worte wiederholen, damit er die riesige Menschenmenge akustisch erreicht.“
Zünd ist von der Dramaturgie, der Schauspielkunst, der Regie, der Kameraführung, dem Filmschnitt und von der Filmmusik sehr begeistert und sagt: „The Chosen setzt neue Maßstäbe.“
Ist The Chosen also eine empfehlenswerte Filmserie? Müssen wir als Christen diese Serie nach Dramaturgie, Schauspielkunst, Regie, Kameraführung, Filmschnitt und Filmmusik bewerten?
Was nützt es einem Autofahrer, der in einem der besten Autos mit einem PS-starken Motor, tollster Lackierung, Luxus-Ausstattung und allen Extras sitzt, aber in die falsche Richtung fährt und womöglich in einen Abgrund stürzt?
Filme und Filmserien wie The Chosen fahren in die falsche Richtung. Wie gut Schauspieler auch sein mögen, wie brillant die Filmmusik auch sein mag, die Filme führen in die falsche Richtung und in den Abgrund.
Entscheidend sind nicht die Fragen, die Zünd stellt. Wichtig sind Fragen wie diese: Welche Personen und Weltanschauungen stehen hinter den Filmen? Und was sagt GOTTES Wort dazu?
Welche Personen und Weltanschauungen stehen hinter der Filmserie The Chosen?
Selbst wenn in den sozialen Netzwerken hier und da falsch spekuliert wird. Fest steht, dass die Filme im US-Bundesstaat Utah im Tausend-Seelen-Dorf Goshen gedreht wurden und noch werden. Utah und auch Goshen selbst sind Hochburgen der Mormonen-Sekte. Auch das gesamte gigantische Filmset ist Eigentum von Mormonen.
Zur gesamten Mitarbeiterschaft (Finanzgeber, Autoren, Schauspieler, Statisten, Kameraleute usw.) gehören Mormonen, Katholiken, Lutheraner und Atheisten. Schon aus dieser Konstellation heraus ergibt sich, dass der Inhalt der Serie nicht auf dem Fundament der Bibel stehen kann.
Die Mormonen sind eine okkulte Gemeinschaft, die mit dem WORT GOTTES nichts zu tun hat. Ihre Lehre entnimmt sie der Lektüre „Das Buch Mormon“, „Lehre und Bündnisse“, „die Köstliche Perle“ und weiteren okkulten Offenbarungen. Die Aussagen der Bibel werden von den Mormonen nur fragmentiert akzeptiert.
Die andere Heilsbotschaft
Der Apostel Paulus sagt zu falschen Lehren (Galater 1, 6-9): „Ich muss mich wundern, wie schnell ihr Gott den Rücken zukehrt. Er hat euch in die Gnade des Messias hineingerufen, und ihr, ihr wendet euch einer anderen Heilsbotschaft zu. Dabei gibt es doch keine andere. Es gibt nur ein paar Leute, die euch verwirren und die Heilsbotschaft des Messias auf den Kopf stellen wollen. Aber nicht einmal wir selbst oder ein Engel aus dem Himmel darf euch irgendetwas als Evangelium verkündigen, das dem widerspricht, was wir euch gebracht haben. Wer das tut, der soll verflucht sein! Ich sage es noch einmal: Wer euch etwas als Evangelium verkündigt, was dem widerspricht, dass ihr empfangen habt, der soll verflucht sein!“
Viele Szenen und Aussagen im Film sind nicht nur frei erfunden, sondern stehen in einem krassen Widerspruch zum WORT GOTTES. (Sie werden als solche an dieser Stelle bewusst nicht genannt!)
Es stellt sich also die Frage, was mit diesem Film erreicht werden soll. Soll die Interreligiösität gestärkt werden? Soll der Feminismus unterstützt werden, wie einige Szenen es vermuten lassen? Soll der Absolutheitsanspruch von JESUS CHRISTUS aufgeweicht werden, da bei den Mormonen gilt, dass jeder einmal selbst ein Gott sein wird? Oder soll schlicht und einfach das WORT GOTTES verwässert werden?
Gottes Auftrag verfehlt
Es ist nicht zu erkennen, dass es den Machern der Filmserie darum geht, den biblischen Auftrag – den Christen haben – zu erfüllen (2. Korinther 5,20): „So sind wir nun Botschafter für Christus, und es ist Gott, der durch uns mahnt. Wir bitten im Auftrag von Christus: Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!“ Oder mit Jesu Worten nach Matthäus 28,19-20: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Dabei sollt ihr sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen und sie belehren, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“
Natürlich kann es sein, dass Menschen angeregt durch diese Filmserie zum Nachdenken kommen. GOTT kann in seiner Gnade und durch seinen Heiligen Geist sogar schenken, dass Personen durch einen dieser Filme zum Glauben kommen. Diese Gnade, die allein GOTT schenkt, kann jedoch kein Argument für die Produktion und Bewerbung solcher Filme sein.
Was sagt GOTTES WORT generell zu Filmen dieser Art?
Bei dieser Frage müssen wir mehrere Aussagen der BIBEL berücksichtigen.
- Die Warnungen der Bibel
GOTTES WORT warnt uns ganz massiv vor dem Teufel. So steht in Epheser 6,12:
„Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistwesen in der unsichtbaren Welt.“
Seit dem Sündenfall kämpfen diese Mächte darum, Menschen unter ihren Einfluss zu bringen. Wie bei Adam und Eva sind es immer dieselben Fragen und Argumente: „Sollte GOTT gesagt haben…?“ Christen unterschätzen oft die Macht des Teufels oder leugnen sogar seine Existenz. Die Warnung des Paulus ist jedoch klar und eindeutig, da gibt es kein Wenn und Aber.
Genau diesen Aspekt gilt es auch bei Filmen zu berücksichtigen. Es gilt also die Frage, ob es GOTT-gewollt ist, eine Filmserie zu produzieren, bei der Mormonen großen Einfluss haben. Oder sind es die Mächte der Finsternis, die dieses Vorhaben durchsetzen möchten? Der Teufel ist ein Lügner, Betrüger, Verleumder, Versucher, Blender, Ducheinanderbringer und er schmiedet listige Pläne. In 2. Korinther 2,11 lesen wir: „…damit wir nicht vom Satan überlistet werden. Wir wissen ja, was seine Absichten sind.“ Wer diese biblische Warnung ausblendet, ist schon auf einem falschen Weg.
- Treue zum WORT GOTTES
Als Christen sind wir dem WORT GOTTES verpflichtet. Der Inhalt jeglicher Predigt, ob gesprochen oder geschrieben, muss dem WORT GOTTES entsprechen. Dies gilt ebenso für allgemeine Literatur, Beiträge in Zeitschriften und auch für Filmaufnahmen. GOTTES WORT, egal wo und wie es gepredigt wird, darf niemals verfälscht werden. Die Bibel ist da eindeutig: „So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davon tut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.“ (Offenbarung 22,18-19) In der Filmserie The Chosen ist das „dazusetzen“ und das „davontun“ unüberschaubar.
- GOTTES HEILIGKEIT
Bei jeder Art der Verkündigung, Predigt, Gottesdienst, Bibelarbeit und jedem anderen Dienst oder Vorhaben müssen wir daran denken, um wen es hier geht: Es geht immer um den lebendigen GOTT! Bei vielen Menschen geht es oftmals nur noch um einen Jesus, der „unser Kumpel“ ist. Wenn wir den in der Bibel beschriebenen JESUS CHRISTUS meinen, dürfen wir diesen JESUS CHRISTUS auch unseren Freund nennen. Dabei dürfen wir aber nie außer Acht lassen, dass „Freund“ nur ein Aspekt des großen dreieinigen GOTTES ist. In erster Linie ist GOTT ein HEILIGER GOTT. ER ist der Schöpfer, alles geht nach SEINEM Plan. Alles hat sich IHM zu unterstellen. ER ist auch nicht nur der „liebe GOTT“, sondern er ist auch DER HEILIGE. So sagt die BIBEL es uns an vielen Stellen:
„…daß man erfahren soll, daß ich der HERR bin, wenn ich das Recht über sie gehen lasse und an ihr erzeige, daß ich heilig sei.“ Hesekiel 28,22
„Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Heiden entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß ich der HERR sei, spricht der Herr, HERR, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige, daß ich heilig sei.“ Hesekiel 36,23
„Also will ich denn herrlich, heilig und bekannt werden vor vielen Heiden, daß sie erfahren sollen, daß ich der HERR bin.“ Hesekiel 38,23
Auch JESUS CHRISTUS sagt von sich, dass ER DER HEILIGE ist, z.B.: „Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige,…“ Offenbarung 3,7
Dieser HEILIGE dreieinige GOTT umfasst alles, in IHM ist die absolute Wahrheit, das A und das O, die Schöpferkraft, einfach alles. Diese Heiligkeit kann ein Schauspieler nicht mal ansatzweise zum Ausdruck bringen. Abgesehen davon verbietet uns das WORT GOTTES bildhafte Darstellungen von GOTT (VATER, SOHN, HEILIGER GEIST).
„Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.“ 2. Mose 20,4
„Wenn wir nun von Gott abstammen, sollten wir nicht denken, das Göttliche sei so wie ein goldenes, silbernes oder steinernes Gebilde, das menschliche Erfindungskunst hervorgebracht hat.“ Apostelgeschichte 17,29
Fazit
Die Filmserie The Chosen mag für viele interessant und beeindruckend sein, doch hat sie mit dem WORT GOTTES nichts gemein. Schade, dass das Netzwerk Bibel und Bekenntnis nicht eindeutiger davor warnt.
