
Rezension
„Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr ‚arisch‘ weiß, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen. … Ich denke, wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir den Dingen in die Augen schauen sollten. … Fangen wir dafür doch mit der einfachen Feststellung an, daß wir – Migranten, Ausländer, Menschen mit …, nennen Sie uns, wie Sie wollen – so einfach nicht weggehen werden. Und Sie, liebe Biodeutsche, auch nicht. Wobei, demografisch gesehen, gehen Sie durchaus weg. Sie sterben weg, und ihr Land braucht für die kommenden 15 Jahre circa 400.000 neue Arbeitskräfte, das heißt ungefähr eine Million Einwanderer pro Jahr. Wir Migranten werden dieses Land wohl erben. Wir könnten hier also auf Zeit spielen. Auf eine Zeit, die Sie nicht haben. Aber das nur als Randbemerkung.“
Dieses Zitat von dem in Deutschland lebenden iranischstämmigen Schriftsteller Behzad Karim Khani (Berliner Zeitung vom 10.01.2023), veröffentlichte Martin Sellner in seinem 2024 über den Antaios Verlag herausgegebenen Buch „Remigration – Ein Vorschlag“. Korrekterweise kommentiert Sellner Khani’s zynische Aussagen mit den Worten: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“
Sellners Einschätzungen zufolge sei „der demografische Kippunkt“ dann erreicht, „sobald ein Drittel der Wahlberechtigten aus nichteuropäischen, nichtassimilierten Migranten besteht“. Bis dahin bleibe noch Zeit, „das Ruder herumzureißen und eine alternative Bevölkerungspolitik einzuleiten“.
Der 1989 in Wien (Österreich) geborene Sellner vertritt in seinem Buch die Ansicht: „Je ausgeprägter multiethnisch eine Gesellschaft ist, in desto größerem Ausmaß ist sie anfällig für Korruption, Kriminalität, gegenseitiges Misstrauen, Vertrauensverlust in demokratische Entscheidungen, Sozialmissbrauch, Gleichgültigkeit gegen soziale Mißstände, Faustrecht, Clandenken und so weiter.“ Vielfalt sei, so der Autor, „eine Belastung und keine Bereicherung“.
Beim Onlinehandel Amazon stand Sellners Buch lange Zeit auf Platz 1. Und das zurecht. Denn was Sellner in seinem Buch zur Sprache bringt, das bewegt die Herzen der Menschen in Deutschland und Österreich – ja in ganz Europa. Nur über eine politisch gewollte Remigration könne „Sicherheit im öffentlichen Raum wiederhergestellt“ und das Fortbestehen der Demokratie gesichert werden. Doch „die derzeit betriebene Bevölkerungspolitik“ heiße, so Sellner, „Ersetzungsmigration“.
Jeder Ansatz für eine alternative Bevölkerungspolitik werde von einem „Schuldkult“ kassiert, der über eine „systematische Traumatisierung“ auf den Schultern „aller deutschen Nachkriegsgenerationen“ lastet. Sellner ist überzeugt: „Die Lehre aus der Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland im 20. Jahrhundert kann im 21. Jahrhundert nicht die Ersetzung deutschen Lebens in Deutschland durch Fremde sein.“ Es brauche, „wie in jedem anderen Land der Welt, einen positiven Bezug zu Volk und Heimat“. Vorbildhaft seien Länder wie Israel, Japan und Ungarn. Dies erfordere eine Reform der Bildungs-, Kultur- und Erinnerungspolitik.
Es dürfe und müsse, so der Autor, „jedes Volk wertfrei die Frage stellen können: ‚Wieviele Menschen dieser oder jener Herkunft wollen wir eigentlich dauerhaft in unserem Land haben oder in unser Volk aufnehmen?'“ Zur Festlegung von Obergrenzen sei ein „Assimilationsmonitor“ nötig. Zudem sei zur Rückführung von Asylanten, Ausländern und nicht assimilationsbereiten oder -fähigen Menschen in ihre Herkunftsländer ein „Remigrationsfonds“ zur Finanzierung von attraktiven „Heimkehrprogrammen“ notwendig. An politisch umsetzbaren Vorschlägen mangelt es in Sellners Buch nicht.
Jeder „fremde Neuankömmling“ müsse „die Sonder- und Alleinstellung der deutschen Kultur in Deutschland akzeptieren“. Beispielgebend nennt Sellner die ungarische Nation, die in einem Verfassungstext ihren Stolz auf das eigene Land zum Ausdruck bringt. Darin heißt es u.a.: „Wir erkennen die Rolle des Christentums bei der Erhaltung der Nation an. Wir achten die unterschiedlichen religiösen Traditionen unseres Landes.“
Zur Rolle des Islam fehlt dem Autor – für den ausschließlich der „politische Islam“ eine Gefahr darstellt – der geistliche Tiefblick. Seine Ansicht, es könne ein „Euroislam“ entwickelt und „an Schulen gelehrt und in Moscheen gepredigt werden“, geht an der Wirklichkeit vorbei, da beim Islam politischer und geistlicher Herrschaftsanspruch untrennbar miteinander verbunden sind.
Gegnern der Remigration nimmt Sellner den Wind aus den Segeln und weist nach, dass diese juristisch umsetzbar ist: über Quoten, einen sicheren Grenzsschutz, eine Reform des Asylrechts, den Austritt aus der Genfer Flüchtlingskommission und aus der Europäischen Menschenrechtskonvention, über Anpassung des Ausländerrechts und Rückkehranreize.
Es lohnt sich, Sellners Buch zu lesen, weil es nicht nur den eigenen Bildungshorizont erweitert, sondern (mit Worten des Autors) erkennen lässt: „Remigration ist Notbremse und Schubumkehr einer verfehlten Migrationspolitik.“ – Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.