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Schloßkirche Chemnitz lässt „Engel mit dem Teufel“ Tango tanzen

Foto: Leserzuschrift

von Thomas Schneider

Es ist schon verrückt, wozu sich Kirche alles hergibt: Biergartengottesdienste, Gottesdienste unter der LSBTTIQ-Regenbogenfahne, Schwule und Lesben werden kirchlich getraut. Queere und ihnen wohlgesonnene Pfarrer predigen mit regebogenfarbenen Beffchen um den Hals von den Kanzeln, Performance mit rohen Hühnern in Windeln in Paderborn. Von der Umdeutung und Ablehnung biblischer Lehre ganz zu schweigen.

Nun soll am 26. November in der Schloßkirche in Chemnitz vom Hamburg Stage Ensemble ein konzertantes Programm mit dem Titel „Wenn Engel mit dem Teufel Tango tanzen“ aufgeführt werden. Die Konzertbesucher sollen in eine dramatische, leidenschaftliche Atmosphäre des argentinischen Tangos geführt werden. Der Bandoneónist Michael Dolak und der Geiger Arsen Zorayan treten als Solisten auf und leiten das Ensemble.

Nach eigenen Angaben des Ensembles erzählen die Werke musikalisch von den Gegensätzen und Spannungen zwischen Engel und Teufel, Himmel und Hölle, Liebe und Schmerz. Man will auf die dramatische Spannung zwischen gegensätzlichen Kräften verweisen, die im Tango musikalisch ausgedrückt würden. Es soll eine metaphorische Begegnung zwischen Engel und Teufel dargestellt werden.

Engel und Teufel als Metapher? Himmel und Hölle als Metapher? Liebe und Schmerz als Metapher? All das soll aus seinem Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen werden? Wohin das führt, wissen Psychologen. Es soll im Kopf des Konzerthörers ein poetischen Bild erzeugt werden, das mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt. Das Gehörte, das nicht nur im Kopf bleibt, sondern die Seele des Menschen berührt, soll in ihm eine Ähnlichkeitsbeziehung zwischen zwei ungleichen Dingen erzeugen und über eine tiefliegende Gefühlsanregung die Vorstellungskraft über das Gehörte anregen.

Engel sollen in diesem Konzert wohl das Göttliche, Reine und Moralische symbolisieren. Doch was sind Engel in Wirklichkeit? Sie sind personifizierte Geschöpfe und Diener des lebendigen Gottes (Hebräer 1,14; Psalm 91,11.12). Engel sollen nicht verehrt werden, sondern allein ihr Schöpfer. Nach der Bibel gibt es auch Engel, „die nicht ihren ersten Zustand bewahrt haben, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben“, und „zum Gericht des großen Tages mit ewigen Ketten unter der Finsternis“ verwahrt werden (Judas 6). Gott verschont nicht die Engel, die gesündigt haben (2. Petrus 2,4).

Der Teufel soll in diesem Konzert wohl für das Verführerische, Dunkle oder moralisch Verwerfliche stehen. Er, Satan, ist aber kein bloßes Symbol für das Böse, sondern ein persönliches, geistliches Wesen, der ursprünglich ein Engel war und der durch Hochmut gegen Gott rebellierte. Er ist der Widersacher des lebendigen Gottes, Verleumder (Offenbarung 12,10), Durcheinanderbringer, Lügner, Mörder von Anfang an (Johannes 8,44). Er ist der Drache, die alte Schlange (Offenbarung 12,9) und Fürst dieser Weltzeit (Epheser 2,2), der Menschen von Gott fernhalten will. Er ist ein Betrüger, tarnt sich als „Engel des Lichts“ (2. Korinther 11,14) und wirkt durch Versuchung, Lüge, Verführung und geistliche Blindheit. Nach Offenbarung 20,10 wird der Teufel am Ende der Zeiten in den „Feuersee“ geworfen, also endgültig besiegt. Seine Macht ist begrenzt. Christus hat ihn durch Kreuz und Auferstehung bereits entmachtet (Kolosser 2,15).

Was also soll ein Konzert mit dem Titel „Wenn Engel mit dem Teufel Tango tanzen“ in einer Kirche? Will man etwa die aufgeführten Gegensätze per Tango zusammenführen und die biblische Botschaft über Himmel und Hölle außer Kraft setzen? Es ist durchaus denkbar, dass einer von den Engeln, die ihren Erstzustand nicht bewahrt und Gottes Herrlichkeit verlassen haben, mit dem Teufel Tango tanzen. Aber auch nicht mehr. Wenn Kirche keine andere Botschaft hat, als Engel mit dem Teufel Tango tanzen zu lassen, dann verkommt ihre Behausung zum Kulturtempel und ist wirklich nicht mehr zu retten!

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