
von Thomas Schneider
Eine aktuelle repräsentative Umfrage vom Meinungsforschungsunternehmen Civey zeigt im Ergebnis, daß mehr als die Hälfte der Befragten – knapp 55 Prozent – befürworten, daß „die Vorbereitung auf Krieg oder andere Bedrohungsszenarien fester Unterrichtsbestandteil an Schulen“ sein sollte.
Das Resultat ist erschreckend Wehrerziehung im Nationalsozialismus, Wehrunterricht in der DDR-Diktatur. Nun sollen im „freiheitlich-demokratischen Deutschland“ Kinder in Schulen „auf Krieg“ vorbereitet werden? Sie haben richtig gelesen: „auf Krieg“ – und nicht auf Verteidigung!
Christliche Friedenshaltung bedeutet nicht Naivität
Jeder bibeltreue Christ wird jede Form von aktiver Kriegstreiberei ablehnen – auch wenn sie unter dem Deckmantel „Verteidigung“ oder „Sicherheit“ geschieht. Dieser Vorwand ist heuchlerische Rechtfertigung, um Kinder kriegstüchtig (nicht verteidigungsfähig) zu machen!
Wenn politische, mediale oder militärische Kräfte gezielt Feindbilder aufbauen oder Kriegsstimmung schüren, dann steht das im klaren Gegensatz zur Friedensbotschaft Christi. Unabhängig davon, welche Seite gerade „im Recht“ zu sein scheint, gilt: Christliche Friedenshaltung bedeutet nicht Naivität, sondern geistliche Nüchternheit und Ablehnung von jeglicher Haßpropaganda.
Im Jakobusbrief 3,17-18 heißt es: „Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedvoll, gütig, folgsam, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht zweifelnd, ungeheuchelt.“
Wer auf Waffen vertraut, entfernt sich von Gott
Die Bibel erkennt an, daß eine Regierung „das Schwert“ tragen darf (Römer 13,4) – also für Ordnung und Schutz des Volkes zuständig ist. Aber dieselbe Bibel warnt auch vor menschlicher Selbstüberhebung und Gewaltpolitik (z. B. Jesaja 2,12–17; Offenbarung 13) – wie sie heute aus Regierungskreisen zu vernehmen sind.
Wenn Regierungen sich mehr und mehr auf Krieg, Aufrüstung und „Feindbilder“ konzentrieren, zeigt das aus biblischer Sicht eine geistliche Schieflage. „So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom HERRN weicht!“ (Jeremia 17,5) Eine Gesellschaft, die den Frieden verliert und auf Waffen vertraut, entfernt sich von Gott. Denn ER hat die Macht über alle Regierungen.
Lügen und Propaganda müssen entlarvt werden
Schulen sind Orte der Friedenserziehung und nicht der Militarisierung und Kriegslogik. Wenn 55 Prozent der Befragten fordern, daß Schüler auf Kriegsszenarien vorbereitet werden, dann spricht das zwar einerseits für Verunsicherung, andererseits aber für einen starken Willen, Krieg zu schüren. Die Geschichtsbücher bringen ans Licht, was geschieht, wenn Menschen den totalen Krieg wollen.
Die Schule sollte jungen Menschen helfen, die Wahrheit zu lieben, Verantwortung für ihr Land zu übernehmen, Feindesliebe zu verstehen (Matthäus 5,44) und – soweit es an ihnen liegt – mit jedermann im Frieden zu leben. Wenn ein Schulunterricht dazu dient Feindbilder zu normalisieren („der Russe will uns überfallen“ usw.), dann widerspricht das klar der Lehre Jesu.
Keine Nation soll in irgendeiner Weise idealisiert werden. Doch die deutsche Kriegspropaganda gegen Rußland mahnt zur geistlichen Unterscheidung und läßt fragen: Wer drängt zum Krieg? Wer profitiert vom Krieg? Was ist Gottes Wille? – Lügen und Propaganda müssen entlarvt werden und kein Mitlaufen mit einem Zeitgeist, der Krieg als „normal“ oder „unvermeidlich“ darstellt.
Was Eltern mit ihren Kindern tun können
Eltern sind aufgerufen, mit ihren Kindern zu Hause darüber zu reden, wie geschürte Angst vor Krieg, Hetze und Verherrlichung von Gewalt im Schulunterricht begegnet werden kann, wie Frieden und Versöhnung möglich sind. Den Heranwachsenden sollte klar vor Augen geführt werden: Wer Krieg schürt und Schulen zur Verbreitung kriegstreiberischer Rhetorik benutzt, handelt unvereinbar mit dem Geist des Evangeliums. Eltern sollten ihren Kindern Mut zusprechen, Zeugnis zu geben: „Wir folgen nicht einfach der Mehrheit, sondern dem, was Gott in seinem Wort sagt.“
Wenn Kinder anfangen, im Schulunterricht zu fragen: „Können wir über Frieden sprechen und nicht nur über Krieg?“, dann weht ein anderer Geist, der Geist Gottes. Eltern sollten ihren Kindern geistliche Sicherheit geben und sie ermutigen, auch Bibelverse auswendig zu lernen: „Der Herr ist meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.“ (Psalm 91,2) – „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7) – Eine Familienandacht ist eine gute Möglichkeit, Kinder durch Gottes guten Geist zu Friedensstiftern werden zu lassen.
