
von Thomas Schneider
Es erschüttert einen immer wieder, was auch Christen an ihrem Körper, der von Gott geschaffen wurde, alles machen lassen. Sie verunstalten nicht nur ihren Körper (von Schönheit ist da keine Spur), sondern fügen ihm auch immensen Schaden zu – wie es beim Piercing oder Tattoostechen geschieht, wo das menschliche Körpergewebe zerstört wird.
Wie die Nachrichtenagentur idea am 25. November in einem Beitrag berichtet, haben sich am 22. November in Essen, im Rahmen einer „ökumenischen Aktion“ und unter der Überschrift „Gott hautnah“, wie es heißt, „30 Christen ein kostenloses Glaubenstattoo“ stechen lassen. Da der Andrang mit mehr als 125 Personen sehr groß war, mußten Stechtermine sogar verlost werden. Alle Stechfreudigen konnten unter „30 Motiven“ wählen, darunter verschiedene Kreuze, Fische, Engel und andere Symbole.
Essens „Citykirchenpfarrer Jani Vicari“ sagte gegenüber idea: „Diese Tattoos stehen für ihre Träger für erfahrenen Trost und Kraft in Krisenzeiten, für prägende Beziehungen, immer wieder auch für Erinnerung an Verstorbene, oder für Bibelworte, die sie seit langem begleiten.“ Kritische Stimmen habe es kaum gegeben, schreibt idea. Pfarrer Vicari beobachte ein wachsendes Tattoo-Bedürfnis und meint: „Wer den Glauben bewußt zum Teil seiner Lebensgestaltung macht, möchte das oft als Teil von sich ‚für immer‘ festhalten.“
idea hat zu diesem Thema einen eigenen Podcast mit dem Titel „Als Christ Tattoos und Piersings tragen?“ veröffentlicht. Darin kommt Simon Laufer, Pastor der hannoverschen Landeskirche zu Wort, der in seinem Plädoyer hin- und herschwimmt und seiner Ansicht nach „Tattoos oder Piercings nicht grundsätzlich verboten oder schlecht sind“. Abschließend gibt Laufer dann den Hörern einen, wie er ankündigt, „kleinen Denkanstoß“ aus 1. Korinther 6, 19-20 mit auf den Weg: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört?Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.“ Dann hebelt der Pastor dieses mahnende Gotteswort gleich wieder aus und sagt: „Ich würde es einfach mal so stehen lassen. Ich denke, es kann ja Unterschiedliches heißen, kann von verschiedenen Richtungen aus gelesen werden, zeigt aber, daß auch der Körper von Gott geschenkt und gegeben ist …“
Oh Pastor! Was soll man dazu sagen? Tattoos sind eine von der Welt geprägte Modeerscheinung – so, wie sie auch beispielsweise in der Musik zu finden ist. Ist es biblisch, näher zur Welt zu rücken und deren Kult mitzumachen, um Menschen für Jesus zu gewinnen? Natürlich nicht! „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Römer 12,2) Das Weltliche kann niemals „das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ sein.
Gottes Gebot in 3. Mose 19,28 mag für viele Christen keine Warnung sein, weil dieses Gebot zu den alttestamentlichen kultischen Geboten zählt. Dort steht: „Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einritzen; ich bin der HERR.“ Doch genau diese Warnung, sich von den Ungläubigen (der Welt) und ihrem Treiben abzugrenzen, wird heute von vielen Kirchen und Gemeinden nicht mehr ernst genommen – im Gegenteil, es wird möglichst alles mitgemacht.
Wenn Gott in Seinem Gebot zum Ritzen hinzufügt „… ich bin der HERR, dann begründet ER damit Seine absolute Autorität über den menschlichen Körper. Tätowierungen sind in fast allen Kulturen ein Zeichen der Selbstinszenierung, körperlicher Selbstbestimmung, Mode, Identitätssuche oder Rebellion. Das Wort Gottes warnt ausdrücklich davor, sich den Mustern der Welt gleichzumachen.
Der Christ schmückt sich nicht mit Tätowierungen am Körper, sondern in seinem Herzen. Wer die Botschaft des HERRN Jesus Christus im Herzen trägt, wird auch sein Leben danach ausrichten und alle ringsum werden merken, zu welchem HERRN er gehört. Für den Glauben und für das Evangelisieren braucht es weder Piercing noch Tattoos, sondern allein Gottes Geist und Wort. Wem beides nicht reicht, hat das Evangelium (noch) nicht verstanden.
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