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Kirche vor 2000 Jahren und heute

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von Thomas Schneider

Die Kirche entstand vor rund 2000 Jahren nicht als Institution, sondern als geistliche Gemeinschaft der von Gott Berufenen.

Ihr Ursprung liegt nicht in menschlichen Strukturen, sondern im Handeln Gottes selbst: durch das Evangelium von Jesus Christus, durch Buße, Glauben und Wiedergeburt.

Im Vergleich zu institutionalisierten – als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdÖR), förderalen Verbänden und eingetragenen Vereinen (e.V.) – und staatsgebundenen Volks- und Freikirchen (im weiteren Text „Kirchen“ genannt) zeigt sich ein ernster geistlicher Befund.

Die Kirche in ihren Anfängen stand unter der unangefochtenen Autorität des Wortes Gottes. Lehre, Leben und Gemeindeordnung richteten sich nach der Heiligen Schrift und dem Wirken des Heiligen Geistes.

Die erste Kirche bestand aus Menschen, die bewußt Buße getan und an Jesus Christus geglaubt hatten. Gemeinde war Gemeinschaft der wahrhaft Glaubenden, nicht von Mitläufern aus religiösen oder weltlichen Gründen. Christsein bedeutete Nachfolge – oft unter Verfolgung und persönlichem Risiko.

Die Kirche der ersten Christen verkündigte den gekreuzigten und auferstandenen Christus – selbst dort, wo diese Botschaft Anstoß erregte (1. Korinther 1,23). Sie suchte nicht Anerkennung von der Welt, sondern hielt allein Gott die Treue.

Die erste Kirche lebte aus der Kraft des Heiligen Geistes. Gebet, Opferbereitschaft für Gott und geistliche Vollmacht prägten ihr Leben (Apostelgeschichte 2,46; 5,42; 20,20). Wachstum geschah nicht durch Programme, sondern durch Gottes Wirken (Apostelgeschichte 2,41+47; 6,7; 9,31).

Die frühe Kirche verstand sich als Fremdling in dieser Welt (1. Petrus 2,11; Hebräer 11,13). Ihr Bürgerrecht war im Himmel (Philipper 3,20; Epheser 2,19; Lukas 10,20). Sie war der Welt nicht angepaßt, sondern aus ihr herausgerufen (ekklesía – 1. Korinther 1,2; Johannes 15,19; Johannes 17,14-16).

Die Kirche vor 2000 Jahren war klein, bedrängt und verfolgt, aber geistlich lebendig (2. Korinther 4,8).

Die Lösung für die Volks- und Freikirchen heute liegt nicht in Reformen, Modernisierung oder Anpassung, sondern in der Rückkehr zu ihrem Ursprung: zu Gottes Wort, zum Kreuz Christi, zur Buße, zur Wiedergeburt und zur Abhängigkeit vom Heiligen Geist. „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“ (Hebräer 13,8)

Wo Kirche heute wieder das wird, was sie am Anfang war, da wird sie auch nach der Heiligen Schrift geistlich leben – selbst dann, wenn sie klein bleibt, wie so viele Hausgemeinden ohne jede staatliche Bindung. Im Abgesang der großen Kirchen und Freikirchen braucht es von Gott berufene geistliche Gemeinschaften. Ihre Zukunft liegt nicht (wie es am Anfang dieser Ausführungen heißt) in menschlichen Strukturen, sondern im Handeln Gottes selbst: durch das Evangelium von Jesus Christus, durch Buße, Glauben und Wiedergeburt.

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