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Gottes Pläne sind oft anders als unsere Erwartungen

Geschrieben von Thomas Schneider am 11. Januar 2026

Foto: AG WELT

von Thomas Schneider

Vor vielen Jahren war ich im Vortragsdienst für die Evangelische Nachrichtenagentur idea unterwegs. In einem Baustellenbereich der Autobahn platzt der Reifen am linken Vorderrad meines Dienstwagens. Was jetzt? Wie abgemessen und auf die Sekunde genau kommt eine Ausfahrt. Doch der Wagen fängt an zu schlingern und so komme ich nur bis zur Spur, die wieder auf die Autobahn führt.

Rechts ran, Warnblickanlage, Warndreieck, Pannenhilfe-Notruf. Eine nette Dame am Telefon verspricht: „In etwa einer halben Stunde ist ein Servicewagen bei Ihnen.“ Pünktlich nach 30 Minuten kommt ein großer Abschleppwagen. Der freundliche Fahrer – er heißt Mohammed – bringt meinen blechernen Patienten huckepack zum nächstliegenden Reifenhändler.

Unterwegs telefoniert Mohammed mit zwei Mobiltelefonen gleichzeitig. Der Wagen scheint auch ohne eine Hand am Steuer die Spur zu halten. Die Zeit rast so, wie der Fahrer mit seinem Abschleppwagen. Er muss wohl eine Ladung Engel an Bord zu haben.

Nun ist es bereits nach 18:00 Uhr. Mohammed sagt mit verschmitztem Lächeln: „Jetzt hat die Reifenwerkstatt Feierabend. Aber kein Grund zur Sorge!“ Er ruft den Chef dieser Firma an. Der meint: „Da müssen wir erst suchen, ob wir passende Reifen finden. Ich schicke einen Mitarbeiter….“

Da bekanntlich in solchen Fällen alles über Barkasse läuft, suchen wir inzwischen eine naheliegende Bank. Und wir werden fündig. Da ich aber bei diesem Kreditinstitut kein Kunde bin, spuckt der Automat nicht den Betrag aus, den ich für die Bezahlung der Abschlepp- und Reifenkosten gebraucht hätte. Was nun?

Während der Fahrt unterhalte ich mich mit Mohammed und sage ihm, dass ich Christ bin und in wenigen Minuten einen Vortrag zu halten habe. Darauf er: „Ach weißt du, dann zahle mir die Hälfte. Ich komme schon klar.“ Wer verschenkt heute noch Geld? Als wir uns verabschieden, schenke ich Mohammed eine kleine Bibel. Er bedankt sich und fährt zum nächsten Einsatz.

Nun stehe ich auf dem Gelände der Reifenwerkstatt. Der angekündigte Mitarbeiter kommt. Interessant: Auch er ist Ausländer. Erkan fährt den Wagen in die Halle und sucht die Ersatzreifen, die sein Chef bereitgestellt hat. Doch er findet sie nicht. Sein Chef ist telefonisch nicht erreichbar. Nach einer Viertelstunde sage ich zu Erkan: „Du bist doch Moslem, oder?“ – „Ja, klar!“ – „Hast du keine Verbindung zu deinem Gott?“ – „Wieso?“ – „Na, wenn du zu ihm Vertrauen hättest, dann könntest du ihn doch um Hilfe bitten…“ – „Ich werde jetzt zu meinem Gott beten. Er heißt Jesus Christus.“ Erkan steht da, wie vom Blitz getroffen.

In der Ecke der Halle steht ein zweimetriger, breitschultriger Russe mit einem riesigen Traktorreifen und beobachtet uns. Ich bete: „Herr Jesus Christus, wenn du willst, dass ich heute noch den Vortrag halten kann, dann hilf Erkan, dass er die Reifen findet. Danke! Amen.“ – Wie von einer Tarantel gestochen rennt Erkan geradewegs zum Hallentor hinaus. Habe ich ihn etwa verärgert? Nach wenigen Sekunden steht er freudestrahlend wieder in der Halle, in jeder Hand einen der verschollenen Reifen. Er sagt: „Dein Gott hat gehört! Ich glaube, dass meiner da nichts tun kann…“

In rekordverdächtiger Geschwindigkeit montiert Erkan die Räder und steckt sie an das Fahrzeug. Nun fehlen mir zur Bezahlung der erbrachten Leistung 40 Euro. „Was machen wir da?“, fragt Erkan. Ich biete ihm an, den Restbetrag per Rechnung zu begleichen. Er greift zum Telefon, ruft seinen Chef an und schildert ihm die Situation. Dieser antwortet: „Okay, dann nimm das Geld und lasse den Mann in Frieden fahren…“

Ich fahre mein Auto aus der Halle. Da steht der „Riesenrusse“, dem ich einen gesegneten Abend wünsche. Darauf er: „Der HERR segne dich!“ Es ist schon spät. Die Besucher der Gemeinde werden sicher nicht warten, bis ich irgendwann ankomme. Ich bedanke mich, schenke auch Erkan eine Bibel und fahre neubereift vom Hof, direkt auf die Autobahn.

Fast eine Stunde später als geplant stehe ich im Saal der wartenden Gemeinde. Der Pastor begrüßt mich und sagt: „Bruder Schneider, fast alle sind geblieben. Nur ein Mann ist gegangen, aber für ihn ist ein anderer gekommen, der noch seine Kinder ins Bett bringen musste. Wir haben inzwischen viel gesungen und alle haben meiner Andacht zugehört.“

Die Präsentationstechnik ist schnell aufgebaut. Mit ein wenig Schweiß auf der Stirn halte ich meinen einstündigen Vortrag. Anschließend haben die Besucher viele Fragen. Ein segensreicher Abend geht zu Ende. Eine halbe Stunde nach Mitternacht falle ich erschöpft ins Bett und danke meinem HERRN für Seine großartige Führung, Bewahrung und Gnade.

Gottes Pläne sind oft anders als unsere Erwartungen.

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Peter Hahne – 20.03.2026

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