AG Welt

Kirchenvertreter gegen Polarisierung

Foto: AG WELT

von Thomas Schneider

Am Endpunkt der diesjährigen Allianzgebetswoche haben führende Kirchenvertreter zur Schaffung einer starken Ökumene aufgerufen.

Man brauche, so meint man, angesichts zunehmender Polarisierung „mehr gemeinsame Signale und mehr gemeinsames Vorgehen“ (Script vorab), mahnte der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp beim Abschlußgottesdienst im Münchner Liebfrauendom. Für ihn wäre das „ein starkes Signal in dieser so irren Zeit, die wir erleben“.

Wie Kopp, so träumt wohl so mancher Hirtenkopf von einer Welt, in der Gerechtigkeit und Frieden blühen. Vielleicht hat er sogar das Lied im Ohr: „Völker, hört die Signale! Auf, zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!“

Als könnten Bischöfe und andere hohe Geistliche nach ihrem Willen Licht ins Dunkel dieser Welt bringen; wo doch in ihren eigenen Gefilden viel Finsternis herrscht; wo sie doch, wie Wölfe im Schafspelz, die von Gott anvertrauten Schafe in Coronatagen auseinandergetrieben haben. Wo blieben denn da Gerechtigkeit und Frieden? Es gab sie nicht! Im Gegenteil: Man ließ die Schafe einsperren und drangsalieren. Hautnahe und verständnisvolle Seelsorge wurden verfolgt.

Da (wohl leider) den Schafen momentan kein virologer Maulkorb verpaßt werden kann, muß man nach anderen Mitteln greifen, um ihnen die Freiheit des Denkens madig zu machen. Polarisierung scheint der neue Kampfbegriff der Ökumene zu sein. In die Politik will man sich nicht einmischen, mischt sicher aber dennoch ein. Die Kirchen sind ein Widerspruch in sich und haben von der Politik viel gelernt. Erst jetzt will man erkannt haben, daß Kirche zu einer inneren Erneuerung und Transparenz finden müsse und zu einer Sprache, die nicht spalte. Ach du arme Kirche!

Doch Gott sei Lob und Dank! Die Corona-Zeit war für viele Christen auch Zeit geistlicher Besinnung. Gott hat die Erkenntnis geschenkt, in welchen „Stall“ sie eigentlich gehören. Sie haben die Stimme des wahren Hirten gehört, der die Tür zu den Schafen ist. Dieser Hirte schlägt die Tür niemals zu, erst recht nicht in Krankheit und Not. Sie bleibt für alle offen, die ehrlichen Herzens Heilung und Rettung wollen.

Wenn sich nun die Kirchen dieser unbiblischen Ökumene gemeinsam gegen Polarisierung auf den Weg machen, haben sie ihre Rechnung ohne Gott gemacht. Mehr noch: Sie schießen sich ein grandioses geistliches Eigentor. Denn Jesus Christus selbst treibt Polarisierung voran. Sein Wort spaltet. Und beim Weltgericht wird seine Polarisierung für alle sichtbar werden:

„Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.“ Matthäus 25,31

Das Wesentliche an diesem Gerichtsvorgang ist das „scheiden“, das trennen oder spalten. Zwei gegensätzliche Pole werden sichtbar: das Gute und das Böse. Nach Augustin ist auch die Kirche ein corpus permixtum, eine vermischte Gesellschaft. Je näher wir dem Gericht Gottes kommen, desto deutlicher tritt die Polarisierung zu Tage zwischen denen, die dem geistgewirkten Wort Gottes glauben und denen, die die Gerechtigkeit Gottes und den Frieden Gottes nach ihrem Gutdünken verweltlichen.

________________________________

Jesus Christus spricht: „Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ Matthäus 10,34 

Die mobile Version verlassen