
von Thomas Schneider
Im Hebräerbrief 11,1 steht: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“
Auf den ersten Blick ist das schon komisch! Glaube bedeutet, daß ich nicht zweifle an dem, was ich nicht sehe. Glaube bedeutet also: Ich bin überzeugt von einer Tatsache, auch wenn ich diese Tatsache nicht sehen kann. Obwohl ich Liebe und Musik (siehe Teil 1) nicht zeigen kann, glaube ich an die Wirklichkeit dieser Dinge, weil ich sie doch sehe: die Liebe am Liebespaar und die Musik an dem, der das Klavier spielt.
Und obwohl ich dir Gott nicht zeigen kann, ist seine Existenz eine Tatsache, sichtbar in Männern und Frauen, die im Vertrauen auf Gott leben. Wenn du einen gläubigen Mann siehst, wie er sich im festen Glauben an das Wort vom Kreuz hält in Zeiten der Not, dann ist das ein Beweis für die Existenz Gottes. Wenn du eine Frau siehst, unerschütterlich im Glauben an Jesus Christus und in ihrer großen Liebe zu ihrem Ehemann und zu ihren Kindern, dann ist das ein Beweis für die Existenz Gottes.
Vor Jahren sagte einmal ein etwa 30-jähriger Mann zu mir: „Ich habe rein intellektuell – also von meinem Verstand her – kein Problem, mein Leben ohne Gott zu erklären. Aber ich kann meinen gläubigen Vater nicht wegerklären.“ Ist das nicht ein wunderbares Zeugnis von einem Ungläubigen?!
Die Menschen, die um dich herum leben, die mögen sagen: „Gott ist Einbildung, Gott ist Psychologie, Gott ist eine Philosophie, Gott ist nicht real, Gott ist Blödsinn.“ Aber weißt du, was sie nicht wegerklären können? Dein Leben mit Jesus! Wenn du in und mit Jesus lebst, dann beweist du anderen Menschen, daß es Gott gibt. Das ist lebendiger Glaube! Aber du mußt das auch zu erkennen geben und nicht so leben wie die Ungläubigen!
Immer wieder treffe ich auf Leute, die mich zu überzeugen versuchen: „Liebe ist nur ein chemischer Vorgang, also wenn die Chemie zwischen einem Mann und einer Frau stimmt.“ Aber sie konnten mir nicht erklären, warum dann manche Menschen für den Glauben, für ihre Liebe zu Jesus Christus, ihr Leben lassen. Das ist dann nicht mehr nur ein chemischer Vorgang. Das ist keine „Chemie“ mehr! Das ist dann keine „Philosophie“ mehr, das ist unerklärbar viel mehr!
Jährlich werden weltweit mehr als 200.000 Menschen abgeschlachtet, nur weil sie an Jesus Christus glauben. Noch nie gab es weltweit so viele christliche Märtyrer wie heute. Noch nie haben so viele Christen für ihren Glauben mit ihrem Leben bezahlt. Noch nie gab es so eine zunehmende Christenverfolgung wie heute. Auch in Deutschland werden zunehmend Christen bedrängt und insbesondere von Moslems im Auftrag Allahs ermordet. Glaubst du immer noch, daß die Verfolgung von Christen um Deutschland einen Bogen machen wird?
Liberale Christen, also Menschen, die der Bibel als dem geistgewirkten Wort Gottes nicht vollumfänglich glauben und sie dem Zeitgeist anpassen, haben bestimmt weniger zu befürchten. Aber Christen, die öffentlich bekennen, daß die Bibel Gottes Wort und Jesus Christus die Wahrheit ist, werden mehr und mehr in Bedrängnis geraten. Vergessen wir nicht, was Paulus aus dem Gefängnis geschrieben hat: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Jesus Christus, müssen Verfolgung leiden.“ (2. Timotheus 3,12). Nicht könnten, sondern „müssen“!
Gott schenkt uns in Deutschland noch eine Atempause zum Auftanken, zur Stärkung unseres Glaubens. Denn daß es in unserem Land auch weiterhin so halbwegs friedlich bleibt, wird angesichts der Entwicklung in der Welt immer unwahrscheinlicher. Wir sollten die Atempause nutzen, um uns auf die Zeiten vorzubereiten, in denen unser Christsein gefährlich werden wird. Dann wird sich zeigen, ob unser Glaube nur ein Schönwetterglaube ist oder stark genug, für den HERRN Jesus Christus auch zu leiden.
Deshalb rufe ich auch hier und heute dazu auf: Laßt täglich euren Glauben vom Wort Gottes und vom Geist Gottes stärken. Ermutigt euch gegenseitig, am Bibellesen dranzubleiben. Zerstreitet euch nicht über eigene Erkenntnisse, sondern stärkt euch gegenseitig im Glauben an Christus. Einer soll den anderen aufhelfen, wenn er im Glauben schwach und müde oder auch in die Irre geführt worden ist.
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