
von Thomas Schneider
Dieser Spruch, der gern auch von Ungläubigen verwendet wird, hat seinen Ursprung in der Bibel. Der Ausdruck stammt aus der Bergpredigt Jesu, genauer aus Matthäus 7,6:
„Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit sie diese nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.“ (Luther 2017)
Für Ungläubige haben die Perlen natürlich eine andere Bedeutung, als es Gott in seinem Wort meint. Ihnen ist ihr Hab und Gut wichtig, ihr Gold und Silber, ihr Stolz und ihre Erhabenheit.
In der biblischen Bildersprache stehen Perlen für das Evangelium von Jesus Christus, für die Wahrheit und Weisheit Gottes und für das Heilige und Wertvolle, das Gott einem Menschen anvertraut.
Im biblischen Kontext stehen Perlen für etwas, das nicht beliebig ist. So heißt es in Matthäus 13,45: „Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“
Perlen waren im antiken Judentum ein Symbol höchsten Wertes. Die Säue galten hingegen als unrein (3. Mose 11,7) und stehen symbolhaft für die Verachtung gegenüber dem Heiligen.
Die Worte aus der Bibel „…eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen„ bedeuten also, daß das Evangelium das größte Liebesangebot Gottes an die Menschheit ist und keine billige Schleuderware. Wer das Evangelium, die Wahrheit und Weisheit Gottes verspottet oder gar bekämpft, für den ist die kostbare Perle – Christus – zu schade, als daß man sie mit Füßen tritt.
Das Heilige, also alles von Gott Kommende, ist kostbar wie eine Perle. Das Heilige soll mit Liebe, Weisheit und Geisterunterscheidung weitergegeben werden; jedenfalls nicht dort, wo es massakriert, verhöhnt oder gar zerstört wird. Für das Evangelisieren braucht es geistliche Reife, die allein durch Gottes Wort und Geist zu haben und von Ihm zu erbeten ist.
Der Theologe Aurelius Augustinus soll einmal in etwa gesagt haben: „Das Evangelium ist heilsame Medizin, die den Menschen von der Sünde heilt, nicht aber süße Unterhaltung.“ Süße Unterhaltung, die Gefühle und Emotionen anregt, zieht mehr und mehr in christliche Gemeinden ein. Wo das geschieht, wird der Spruch Perlen vor die Säue werfen traurige Wirklichkeit. Das Wertvolle wird nicht mehr geschätzt.